Befreiende. Beschreiende Stille.

Stille ist Stille – oder doch nicht?

Für mich gibt es Nachts (und vormittags in meinem keinen Kaff) keine bessere Beschreibung für diese befreiende Stille.

Eine Stille, die alles durchdringt – doch wie soll Stille denn alles durchdringen?

Ich rede von dem Moment, wenn du draußen stehst.

Auf das Dorf blickst.

Und dichte Nebelwolken dich mit einer absolut einzigartigen Leichtigkeit befallen.

Das deine Gedanken sich freiwillig niederlegen wollen.

Wenn Ruhe einkehrt.

In deinen Geist.

In deine Seele.

In dir.

Ganz hinten erblickst du ein paar matte Lichter, die darauf hinweisen, dass es noch Leben gibt.

Doch ihre Existenz dringt gar nicht zu deiner Wahrnehmung vor.

Außer in dieser Gesamtheit.

In dieser ganzen Kulisse – als ein einheitliches Gesamtbild.

Wunderschön und absolut Still.


Du verlässt diese Szene.

Gehst nach drinnen, wo dich (eigentlich) die selbe Stille erwartet – doch vieeeel anders ausgedrückt.

Es ist ruhig.

In deinen 4 Wänden.

Nirgendwo auch nur Ansatzweise ein Geräusch.

Und plötzlich wird es laut.

Dein Geist beginnt zu schreien.

Er kann sich nicht zurückhalten.

Er hat nicht glernt, wie ein kleines Kind, seine Bedürfnisse aufzuschieben. Und so schreit er. Schreit und brüllt in diese Stille hinein.

„Du musst mich jetzt hören! Ich bin am lautesten! Hier hast du keine Ruhe vor mir“

Mir wird schwindlig.

Meine Gedanken halten mich gefangen.

Zwingen mich, sie immer wieder zu denken.

Immer wieder und immer wieder ohne Pause.

Ohne dieser Stille in mir Platz zu machen.

Ich weine.

Wie kann eine so offensichtlich gleiche Stille zwei absolut gegensätzliche Reaktionen im Kopf hervorrufen?

Und ob das anderen Menschen auch mal bewusst wird?

Wie kann ein (fast) gleicher Zustand zwei unterschiedliche Emotionen/Reaktionen in mir zum Vorschein bringen?

Oh du heiilige BEFREIENDE STILLE.

Oh du tödliche BESCHREIENDE STILLE.

~Ceyes.

2 Kommentare zu „Befreiende. Beschreiende Stille.

  1. Auch ich kann dieses Szenario regelmässig bei mir beobachten.
    Deshalb habe ich zwei Hunde, um mich augenblicklich mit ihnen nach draussen zu begeben, wenns haarig wird.
    Möglicherweise hat es mit der Art zu atmen zu tun, denn deshalb machen die Yogis immer darauf aufmerksam, sich auf einen regelmässigen Atem zu konzentrieren, der länger ausatmet als ein.
    Nur ohne frischen Sauerstoff, konnte ich auch erkennen, ist der Nutzen nur sehr schwach 😦

    Gefällt 1 Person

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