Vermeindlicher Frieden

Seit Tagen ist es ruhig dort.

Dort in meinem Kopf.

An den Stellen, an denen für gewöhnlich meine Zukunftspläne/ -wünsche und vor allem meine ZWEIFEL stehen.

Doch nun ist da nichts mehr.

Seit ich meine Arbeit vor 2 Wochen begonnen habe (eine Verkaufstätigkeit), ist da Ruhe.

Doch irgendetwas stört mich daran.

„Sei doch einfach froh, dass du ruhe vor deinen schlechten Gedanken hast“

„Sei doch froh, dass dein Leben endlich aufwärts geht“

– sagen sie.

Und ich versuchte es.

Und ich war nicht froh.

Es beunruhigt mich. Ich kann dieses Gefühl niemanden beschreiben. Irgendwie eine Mischung aus Angst, Zweifel und vor allem WAHRHEIT.

Oh ja Wahrheit. Wahrheit zu wissen, dass irgendwas schreckliches auf dem Weg ist.

Wahrheit, dass dieser Friede Vortäuschung meiner eigenen Wahrnehmung ist.

So als würdest du friedlich schlafen & von wunderschönen Landschaften träumen, in denen du herumspazierst und dich glücklich schätzt, am Leben zu sein. Du keine Sorgen oder Ängste hast. Nur Frieden.

// und in wirklichkeit spielt sich ein totaler Kampf ab, der nur darauf wartet, dass du aufwachst und er über dich hereinbrechen kann //

Vielleichtt glaube ich das aber auch nur, weil mein Leben gerade genau so verläuft, wie ich mir selbst geschworen habe, wie es nie wieder verlaufen soll. (Z.B. wollte ich nie in einem Supermarkt arbeiten – tja und was tue ich jetzt? – komisches Gefühl)

Vielleicht, weil ich mich mit einem mal an meine Lebensträume nicht mehr erinnern kann. Als wären sie in dem Moment, als ich zu Arbeiten begann, verblasst. Ich sehe sie noch aus der Ferne, doch kann sie nicht mehr genau entziffern, ich kann sie nicht mehr richtig erkennen. Und vor allem, kann ich mich nicht mehr an das atemberaubende Gefühl erinnern, dass mich jedesmal durchflutete, als ich sie nur kurz zu mir rief.

Als wäre da plötzlich ein Leerer Fleck in meiner Wahrnehmung.

Vielleicht ist es aber auch nur so, wie Paulo Coelho in seinem Buch; auf dem Jakobsweg schreibt:

„Wenn wir auf unsere Träume verzichten und den Frieden finden, erleben wir eine kurze Zeit der Ruhe. Doch die toten Träume beginnen in uns zu verwesen und sie verseuchen, was uns umgibt. […] Und eines schönen Tages haben die toten und verwesten Träume die Luft so verpesstet, dass wir nicht mehr atmen können und nur noch den Tod ersehenen, den Tod, der uns von unseren Gewissheiten, unseren Sorgen und vor diesem fürchterlichen Sonntagnachmittagsfrieden erlöst.“

~Ceyes.

2 Kommentare zu „Vermeindlicher Frieden

  1. Ich hätte viel mehr „Likes“ setzen mögen als den einen, obwohl es alles andere als ein „leichter“ Text ist. Aber es bringt es (für mich) auf den Punkt. Absolut.

    Liebe Grüße an Dich und der große Wunsch, dass Dir wenigstens für einige Deiner Träume LEBENSzeit bleibt!

    Gefällt 1 Person

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