Wie überwinde ich diesen Abgrund?

Oder sollte ich besser fragen: Wie überwinde ich mein 13-jähriges ICH?

Ich denke in meiner Freizeit sehr (oh ja – seeehr!) viel über mich nach und du vielleicht auch? 🙂

Nun, leztens kam ich zu einem Schluss.


Obwohl ich ziemlich selbstbewusst bin, gerate ich immer wieder in Situationen, in denen ich plötzlich das kleine 13-jährige Mädchen bin, dass vor Schüchternheit gleich einen Panikanfall bekommt.

Und das in den „normalsten“ Situationen!

Angefangen, Dienstag war ich in meiner „Stadt/Dorf“ und wollte mich für einen Sportkurs anmelden. Alles kein Problem, dachte ich, ich bin ja schließlich Selbstbewusst genug, um da einfach hin zu gehen und mit zu machen.

Und dann stand ich da: In einer Gruppe von unbekannten; konnte keine Übung ansatzweise richtig ausführen, weil da immer wieder diese Stimme in meinen Gedanken war: „Komm lass uns nach hause gehen, ich will nicht mehr! Die schauen uns alle komisch an. Lass gehen! Bitte! oh gott ich krieg Panik…“ usw.

Da stand sie nun.

Doch sag mir, wann hat dieses 13-Jährige Mädchen meinen Körper und Geist übernommen? Ich wusste – im Logischen – das ich ABSOLUT keine Angst haben zu brauche, weil ich schon weitaus! schlimmeres er-überlebt habe.

Und doch war dieser Abgrund da.

Ich konnte dieses Mädchen nicht erreichen.

Ich konnte ihr nicht meine Hand reichen und sagen: Komm du schaffst das.

Ich stand einfach da und hatte so Panik vor dieser ganzen Situation, wie ich sie schon seit langem nicht mehr hatte.


Das Ergebnis davon war, dass ich Mittwoch (wo auch Training war) nicht hingegangen bin – und mich noch dazu den ganzen Tag verrückt gemacht habe, wie ich diesen Kurs überleben soll. Doch wie gesagt: Ich bin nicht hingegangen.

Ich habe mir vorgenommen es am Montag nochmal zu versuchen – aber wer weiß…

~Ceyes.

[sag, geht es euch manchmal ähnlich? Kommen euch solche Situationen bekannt vor, in denen ihr nicht „Ihr“ seid? In der Psychologie spricht man auch vom Inneren Kind– nebenbei angemerkt 😉 ]

4 Kommentare zu „Wie überwinde ich diesen Abgrund?

  1. Ich sehe nicht, dass Du nicht Du bist. Auch das 13jährige Mädchen ist Du. Es ist ein Teil von Dir.

    In jedem von uns leben wir auch als Kind, das wir waren. Das ist und bleibt so.

    Wenn wir davon sprechen, mit uns selbst klarkommen, uns selbst aushalten, mit uns selbst leben zu müssen, dann meint das auch immer das Kind in uns. (Das innere Kind!) Mit seinen Erfahrungen, Schwächen, Eigenschaften.

    Es ist keineswegs leicht, dieses innere Kind und also sich selbst an die Hand zu nehmen, sich zuzusprechen. Jenem Kind in uns, das so panisch gewesen ist oder so schüchtern, dass sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht wehren konnte, Dinge getan hat, für die wir uns aus heutiger Sicht schämen oder die wir kaum verstehen können.

    Aber es ist so wichtig, dass wir das immer wieder versuchen, weil wir, zu mehr oder minder großem Teil, was wir sind, durch dieses Kind geprägt, aus diesem Kind heraus geworden sind. – Das, was das Kind war, ist nicht verschwunden.

    Deshalb sind wir manchmal dieses Kind oder eine oder mehrere seiner Eigenschaften. Und also sind wir jeweils ICH, kein anderes Ich.

    Mit Logik und mit mehr Wissem, mit Dingen, die in unserer Ratio längst gespeichert und eingeordnet sind, ist ein Kind nicht (immer) zu „überzeugen“. Das lehrt und zeuigt uns das Leben jeden Tag.

    So ist es auch muit unserem „inneren“ Kind. Es braucht zusätzlich Geduld, Empathie, Behutsamkeit – immer und immer wieder, vor allem dann, wenn es in seiner vergangenen „wirklichen“ Existenz viel durchmachen musste. Dann hat man manchmal Erfolg. Und es kann dauern …

    Sehr liebe Grüße und alles Gute für den Montag. Sei sacht zu dem Mädchen! 🙂

    Gefällt 2 Personen

  2. Ich kenne das auch sehr gut. In bestimmten, überfordernden Situationen fühle ich mich klein und jung. Dabei kann ich selbst das Alter gar nicht genau bestimmen. In der Thera kommt das öfter vor und mein Therapeut spiegelt mir, dass dann auch meine Gesten eher an ein kleines Kind erinnern. (Zum Beispiel so eine Art beruhigendes Streicheln, verschämte Blicke etc.) Das war jetzt sicher nicht die hilfreichste Antwort. Ich wollte eigentlich nur damit sagen: Du bist sicher nicht allein. 🙂 und vielleicht kannst Du ja auch mit deinem 13-jährigen Ich in Kontakt treten und versuchen, es zu überzeugen, dass es keine Angst oder Scheu zum Beispiel bei einem Sportkurs haben braucht. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du doch wieder hingehen kannst und dann auch Freude daran hast. Weil so Sportkurse ja eigentlich auch ganz viel Tolles bewirken können.

    Gefällt 1 Person

    1. Erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort 🙂 ich denke zu wissen, dass man da nicht alleine mit der Situation ist, ist doch schon sehr hilfreich! Und ja stimmt, jetzt wo du es sagst: ich hatte auch eine Therapeutin, mit der ich nicht klarkam. Ich habe mich immer extrem unwohl gefühlt in Ihrer Nähe und konnte ihr nichtmal sagen warum.

      An diesem Thema habe ich in den letzten Tagen gearbeitet und werde dazu auch noch einen Antwort-blog mit möglichen Ursachen und Selbstanalysen veröffentlichen. Mal schauen ob ich das heute noch schaffe 😉 das mit der Therapeutin lass ich einfließen, also DU HAST MIR GEHOLFEN! DANKE 🙂

      ~Ceyes.

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s